Wie die Aufstellung von Streichermikrofonen von der Raumakustik abhängt

Mikrofonierung
Orchester
Raumakustik
Streicher

Hauptmikrofone, Stützmikrofone und der Verlauf der Nachhallzeit.

08 Januar 2021

Mikrofonierung von Streichergruppen

Werden Orchesterinstrumente mit Haupt – und Stützmikrofonen aufgenommen, so ergibt die Aufstellung der Mikrofone zusammen mit der Raumakustik ein komplexes System.

Die Beteiligten:

  1. Hauptmikrofon: egal welches Stereoverfahren gewählt wird, meistens sind die Hauptmikrofone mit einer Diffusfeldentzerrung versehen, betonen also die hohen Frequenzen. Darüber hinaus ist die Richtcharakteristik im hohen Frequenzbereich nicht mehr kugelförmig.
    Folge: Häufig erscheinen hohe Komponenten im Hauptmikrofon näher als tiefe.
  2. Stützmikrofone: normalerweise Kleinmembran – Kondensatormikrofone mit linearem Frequenzgang und linearer Abbildung.
  3. Raumakustik: In nahezu jedem Raum verlängert sich die Nachhallzeit zu den tiefen Frequenzen. Folge:
    Der Hallabstand in den tiefen Frequenzen wird kleiner, tiefe Klangkomponenten erscheinen weiter entfernt.

Aufnahmen in der meisten Studios oder Konzertsälen werden demnach die Tendenz haben, die tiefen Komponenten weiter entfernt erscheinen zu lassen.

Besonders auffällig ist dies bei klassischen Streichern: Celli und Bässe erscheinen im Hauptmikrofon häufig unnatürlich weit von den Violinen entfernt.

Lösung: Stützmikrofone der Streicher gemäß der Größe des Hallabstandes aufstellen:

Je tiefer die Streichergruppe, desto näher sollten die Stützmikrofone stehen.
Je nach Raumakustik sollten die Stützmikrofone für die Kontrabässe weniger als den halben Abstand zum Instrument haben als die Mikrofone der Violinen.

Akustik

Über den Autor

Matthias Middelkamp arbeitet als Tonmeister, Akustikplaner und Dozent in Berlin. Seine Lieblingsfrequenz liegt bei 8512.52 Kilohertz.

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